I. Über die Herstellung von Pfeifen:

II. Die einfachen Regeln des Pfeiferauchens:


Die Herstellung von Pfeifen:

DieWurzel-Knollen des Erica Arborea - Strauches aus dem Mittelmeerraum werden vom Coupeur durch ständiges Wässern erhalten bis dieser sie mit einer Kreissäge in Ebouchons (= Kanteln) auftrennt. Bei seinem Schnitt ist der Coupeur bemüht die sternförmig von Zentrum der Knolle ausgehende Maserung parallel zu den Schnittseiten zu halten. Es resultieren Kanteln verschiedener Größen und Qualitäten, wobei die wertvollsten aus dem Außenbereich der Wurzelknolle herausgeschnitten werden, dem sog. "Plateau", welches an der Oberfläche Naturborke aufweist. Nach dem Schnitt und der Sortierung werden die Ebouchons zur Entmineralisierung ca. einen Tag lang in Kupferkesseln aufgekocht und von Harzen und Säuren befreit, ehe sie für drei bis vier Monate zur allmählichen Trocknung zugfrei (zur Vermeidung von Rißbildung) gelagert werden.

Der Pfeifen-Macher hat je nach Beschaffenheit des Ebouchons hat drei Möglichkeiten diesen zu bearbeiten: 1) Er beläßt die Naturborke auf der Unterseite um eine sog. "Bent"-Form zu erzielen und eine "Straight"-Maserung herauszuarbeiten. 2) Er läßt die Naturborke auf der Oberseite um "Dublin" - und Kelch- Formen zu erzielen und eine "Straight" -Maserung herauszuarbeiten. 3) Er läßt die Naturborke auf der Seitenschnittfläche um verschieden Formen erzielen zu können und verschiedene "Cross-Grain" -Maserungen herauszuarbeiten. Zunächst skizziert der Pfeifenmacher die gewünschte Form auf dem Ebouchon, dann macht er an der Bandsäge einen groben Vorschnitt. Die Rohform wird nun mittels materialabhebenden Werkzeugs (Schleifteller, Raspel, Feile) erstellt. Auftretende Materialfehler entfernt der Pfeifenmacher unter Beibehaltung des Designs bis die Rohform vollendet ist.

Es folgt das "Free-hand" - Bohren des Brennraumes und des Rauchkanals mit dem Ziel ein perfektes Verhältnis der Bohrungen zueinander zu erreichen. Die Wandstärke des Kopfes sollte dabei mindestens 5mm betragen und der Brennraum wird in der Regel auf einen Durchmesser von 19 bis 22 mm aufgebohrt. Der Rauchkanal wird, je nach Modell auf 7mm (für filterlose Pfeifen), 8mm (für 6mm Filter-Pfeifen) oder 10,5mm (für 9mm Filter-Pfeifen) aufgebohrt.

Das Mundstück und der Zapfen werden nun angefertigt und an die Pfeife angepaßt. Die anzupassenden Mundstücke mit Zapfer werden eingepreßt, verschraubt oder verklebt, bei Free-hand Pfeifen jedoch an der Drehbank von Hand aus Vollmaterial herausgearbeitet. Anschließend werden Mundstück mit Zapfen und Holm durch Schleifen aneinander angepaßt.

Zum Schluß wird die Pfeife gebeizt, mit Wachs poliert und mit einer Einrauchpaste (z.B. aus Schamottenmehl oder Holzkohle) versehen. Die ansprechende Färbung der Pfeife resultiert aus dem unterschiedlichen Eindringen der verwendeten Beizen in das Struktur- und Füllholz. Dazu wird eine dunklere Kontrastfarbe zunächst aufgetragen und dann mit feinster Körnung wieder abgeschliffen. Das weichere, saugfähigere Füllholz behält die Kontrastfarbe während die zuletzt aufgetragene, hellere Finishfarbe die Maserung hervorhebt.

Was sich hier so schnell und mühelos liest ist in Wirklichkeit ein langwieriger und aufweniger Prozess in dem zwar funktionell eine Pfeife entsteht - in Wahrheit jedoch auch ein Kunstwerk !



Die einfachen Regeln des Pfeiferauchens:



Quelle: Tabak Linzbach